Fußball-Streaming: sporttotal.tv gestartet

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Seit kurzem werden Fußballspiele aus der 4. und 5. Liga live ins Internet gestreamt. Hinter der Plattform Sporttotal.tv stehen der Deutsche Fußball Bund (DFB) und die Produktionsfirma Wige Media. Horizont Online hat das Projekt, seine Chancen und Risiken, bewertet: Die Spiele werden mit einer am Spielfeldrand installierten 180-Grad-Kamera-Technologie von Wige Media übertragen. Insgesamt schauten Angaben von Wige Media zufolge jeweils 2.500 Zuschauer bei den Streams rein. Die Testphase läuft noch bis Sommer. Danach wird entschieden, ob die Technologie in weiteren Ligen und Spielklassen zum Einsatz kommt. Offiziell geht es den Beteiligten darum, die Sichtbarkeit für den Amateurfußball in Deutschland zu erhöhen. Es sei ein Mehrwert, wenn zusätzliches Interesse generiert werde und vielleicht neue Sponsoren darüber gefunden werden könnten, erklärt der DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius. Abgesehen von der Website können die Nutzer die Spiele auch in der Sporttotal-App abrufen. Mit der Allianz, der Deutschen Post und der Deutschen Telekom unterstützen namhafte Unternehmen, die über jahrelange Erfahrung als Fußball-Sponsoren verfügen, das Projekt. Medienpartner ist Bild. Derzeit geht Wige pro Spiel mit gut 20.000 Euro in Vorleistung. Neben Werbevermarktung wird auch Paid Content angedacht: Dem Zuschauer stehen zwei Versionen von sporttotal.tv zur Verfügung. Die Basisversion ist für den Nutzer kostenfrei und werbefinanziert. Zudem soll es künftig auch eine bezahlpflichtige Premium-Version geben, in der keine Werbung zu sehen ist. Der Preis wurde noch nicht festgelegt. In der Tat könnten sich für die Vereine verlockende Möglichkeiten ergeben, schätzt Horizont online: Ob Namensrechte, Sponsorships oder die Vermarktung von Online-Werbeflächen – die Chancen zur Monetarisierung seien gegeben, schätzt das Branchenmedium. Bei Erfolg könne die Technologie zudem auf weitere Sportarten ausgeweitet werden. Horizont Online sieht jedoch auch die Gefahr, dass sich in erster Linie Hardcore-Fans für die unterklassigen Spiele interessieren und die Reichweiten niedrig bleiben. Das wiederum könnte die Vermarktungserlöse drücken. Zudem sei eine komplett kommentarlose Fußball-Übertragung zumindest gewöhnungsbedürftig.