Hintergründe und Auswirkungen von Googles Adblocker

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In seinem Browser Chrome erzwingt der Suchmaschinenkonzern Google ab Mitte Februar eine bessere Onlinewerbung, schreibt Horizont und erklärt in einem Bericht die Hintergründe und Auswirkungen: 2016 hat sich ein Bündnis aus führenden Digitalunternehmen wie Google und Facebook, dem Mediaagenturkonzern Group M, Werbungtreibenden wie Procter & Gamble sowie Verbänden wie dem Interactive Advertising Bureau (IAB) und dem deutschen Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) formiert und den Kampf gegen Adblocking eröffnet: die Coalition for Better Ads. Im Frühjahr 2017 veröffentlichte der Zusammenschluss erste Standards für Werbung im stationären und mobilen Internet, verbunden mit der Empfehlung an alle Marktteilnehmer, diese auf ihren Websites anzuwenden. Google nimmt, so die Einschätzung von Horizont, eine Sonderstellung in der Coalition for Better Ads ein. Zum einen sei dem Konzern genau wie den anderen Mitgliedern daran gelegen, die Ausbreitung von Adblockern zu verhindern. Google strebe nach einem offenen Internet, in dem Informationen für jeden Nutzer frei zugänglich seien – steigende Adblocker-Raten torpedierten diesen Plan, aber auch die zunehmende Verbreitung von Paid Content. Zum anderen besitze der Suchmaschinengigant mit Chrome einen Browser, der sich ohne weiteres zum Gatekeeper für das Ökosystem Internet umfunktionieren lasse: Er gilt als der am schnellsten wachsende Browser weltweit. Diese Position sei heikel und dem Internetunternehmen sei dies auch bewusst. Um möglichen Intransparenz-Vorwürfen zuvorzukommen, zeige Google Publishern schon seit sechs Monaten in seinem Ad Experience Report, welche Anzeigen künftig Probleme bekommen könnten und welche nicht. Seit dem 15. Februar ist der Adfilter grundsätzlich voreingestellt. Nutzer können den Adfilter in Chrome mittels Opt-out für alle oder für bestimmte Websites deaktivieren. Laut Google stehen zwar nur 0,9 Prozent aller Websites im mobilen und stationären Internet auf der „verbotenen Liste“ der Coalition for Better Ads. Aber, so schätzt Horizont, dem Nutzer genüge im Prinzip eine negative Erfahrung mit digitaler Werbung, um einen Adblocker zu installieren.