Probleme für Free-TV-Sender

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Immer mehr kleine Sender im Free-TV und eine wachsende Zahl an Zuschauern, die bereit sind für ihren TV-Konsum zu zahlen – diese beiden Faktoren machen den großen Free-TV-Sendern zunehmend zu schaffen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Überblick, den dwdl.de Anfang des Jahres seinen Lesern bietet. Im Jahr 2017 habe sich der schon seit Jahren anhaltende Abwärtstrend sogar noch weiter beschleunigt. Die acht großen Vollprogramme erreichten zusammen genommen nur noch einen Jahresmarktanteil von 56,4 Prozent, 3,3 Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr. Bei den 14- bis 49-Jährigen sind es zusammengenommen noch 60,1 Prozent, 3,7 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die neuen Tiefststände gehen laut dwdl.de zum Teil darauf zurück, dass ARD und ZDF in den Jahren ohne große Sportereignisse etwas Federn lassen, doch mit Ausnahme von Vox büßten auch alle großen Privatsender an Zuspruch ein. ProSieben ist der größte Verlierer des Jahres. Einstellige Marktanteile seien inzwischen längst die Normalität, heißt es weiter. Ein Grund: Kein anderer Sender hatte sich in den letzten Jahren so sehr US-Ware verschrieben wie ProSieben und kein anderer Sender leidet daher so darunter, dass im Free-TV kaum noch eine US-Serie ein ausreichend großes Publikum findet. Nun räche sich, dass die gesamte ProSiebenSat.1-Gruppe den Bereich fiktionaler Eigenproduktionen über viele Jahre sträflich vernachlässigt habe. Dass ProSieben neuerdings besonders leide, lasse sich zum Teil aber auch durch die besonders junge Zielgruppe erklären: ProSieben ist der mit Abstand jüngste der großen Sender, bei den 14- bis 29-Jährigen mit einem Marktanteil von 16,4 Prozent klarer Marktführer. Aus demographischen Gründen schrumpfe die Zahl der Menschen in dieser Altersgruppe, sodass Erfolge hier immer weniger Auswirkungen auf die Werte in der Zielgruppe 14-49 geschweige denn beim Gesamtpublikum haben.