Wie effektiv ist der Breitbart-Boykott?

 In News

Immer mehr Unternehmen wollen keine Werbung mehr auf rechten Webseiten wie Breitbart.com zeigen. Sie boykottieren die Webseite, damit ihre Marke nicht mit rassistischen Inhalten in Verbindung gebracht wird. Meedia.de erklärt in einem Artikel, warum dies aber nicht so einfach ist. Schuld daran ist das komplexe System, über das die Werbung auf die Webseiten kommt: Auch wenn Unternehmen das Portal auf eine schwarze Liste setzen, kann ihre Werbung dort erscheinen, denn viele Marken verhandeln nicht mit der Seite selbst über die Werbung, sondern über spezialisierte Drittunternehmen. Zwar können sie dadurch mit weniger Mitteln auf wesentlich mehr Seiten werben und ihre Zielgruppe besser erreichen. Aber sie verlieren auch die Kontrolle darüber, wo ihre Werbung angezeigt wird. Meedia.de nennt ein Beispiel: Das Kommentarsystem von Breitbart stammt vom kalifornischen Unternehmen Disqus. Dafür, dass Breitbart das System verwenden kann, spielt Disqus Werbung auf der Seite aus. Hat ein Unternehmen bei Disqus Werbung gebucht, wird diese also womöglich auch bei Breitbart angezeigt. Zwar hat Disqus inzwischen auf die Beschwerden der Unternehmen reagiert und die Werbung auf Breitbart zurückgezogen. Doch das Problem besteht bei etlichen anderen Werbeverteilern weiterhin.