Analyse: Mediengattungen im zweiten Corona-Jahr

 In News

Die Corona-Pandemie hat den Werbemarkt nach wie vor fest im Griff. Vor allem die von Nielsen gemeldeten Brutto-Werbeumsätze für die Monate Januar und Februar, die 2020 noch nicht von Corona belastet waren, sehen im Jahresvergleich dürftig aus, berichtet Horizont.net. Die jüngsten Zahlen für den März machen allerdings etwas Hoffnung. Zwar steht unter dem Strich nur ein ganz kleines Plus gegenüber dem Vorjahresmonat. Doch es gibt Medien, die sich in diesem Jahr offenbar aus dem Corona-Würgegriff befreien können. Welche das sind, zeigt eine Analyse von Horizont: Zu den Gewinnern gehören die TV-Vermarkter. Dazu beigetragen haben eine ganze Reihe von Unternehmen, die in Pandemie- und Lockdownzeiten offenbar die Stärken des Massenmediums TV zu schätzen wissen. Der größte deutsche Werbespender Procter & Gamble setzt in diesem Jahr besonders stark auf Fernsehwerbung. Auch Amazon sowie Erotik Telefondienste, Dr. Oetker, Wirkaufendeinauto.de und Beiersdorf tragen zur Erholung der TV-Spendings bei. Deutlich nach oben zeigt derzeit auch die Kurve bei den Hörfunk-Vermarktern. Unter den Werbungtreibenden sticht hier vor allem Lidl heraus. Bei den Zeitungen sieht die Lage wie folgt aus: Die Gattung, die seit Jahren Werbeumsätze verliert und die auch im Januar (minus 22,4 Prozent) und Februar (minus 19,6 Prozent) Verluste hinnehmen musste, überrascht im März mit Brutto-Werbeumsätzen in Höhe von 465 Millionen Euro. Das ist gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von 9,1 Prozent. In der Jahresbetrachtung ist es vor allem der Lebensmittelhandel, der die Impulse setzt. Angesichts geschlossener Kino-Säle ist das Werbegeschäft der Kinovermarkter quasi auf den Nullpunkt gesunken. Auch die Außenwerbung gehört zu den Verlierern. Die Onlinewerbung verzeichnet ebenfalls ein Minus. Klar nach unten zeigt die Kurve bei den Publikumszeitschriften. Einen Rückgang verzeichnet auch das Direktmarketing, ergab die Analyse von Horizont.