Anzeigenabteilungen erleben Stornowelle

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Die Coronakrise belastet vor allem kleine und mittelständische Unternehmen schwer. Um ihre verbliebene Liquidität zu schonen, legen viele Betriebe ihre Vermarktung auf Eis, schreibt MEEDIA in einem Bericht. Schwer getroffen von der Entwicklung seien darum in der Medienbranche vor allem die Verlage, die Anzeigenblätter herausgeben. Sie registrieren derzeit einen Werbeeinbruch im hohen zweistelligen Prozentsatz. „Die Stornoquote liegt bei 70 bis 90 Prozent“, erklärt Jörg Eggers, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter (BVDA), gegenüber MEEDIA. Auch die Vermarktung bei den Tageszeitungen ist von der Krise schwer getroffen. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) befürchtet einen massiven Einbruch bei den Vermarktungserlösen. „Auf Nachfrage haben uns unsere Mitgliedsverlage signalisiert, dass das Anzeigengeschäft um bis zu 80 Prozent einbrechen könnte“, so eine BDZV-Sprecherin gegenüber MEEDIA. „Bei den Zeitschriften liegt der Anzeigen-Rückgang aktuell bei 30 bis 40 Prozent, mit täglich steigendem Trend durch weitere Stornierungen oder Verschiebungen. Neue Auftragseingänge der Anzeigenkunden bleiben derzeit weitestgehend aus“, beschreibt Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), die aktuelle Lage. Das wachsende Informationsbedürfnis kommt dagegen den Medienunternehmen im digitalen Vertrieb zugute. „Gleichzeitig schnellen die Zugriffszahlen auf die Online-Angebote von Verlagsangeboten derzeit nach oben, denn in der globalen Corona-Krise vertrauen immer mehr Bürger auf die verlässlichen Informationen digitaler Presseangebote aus Verlagshäusern“, meint Scherzer.