China: Onlinehandel über Video

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In China setzt die Tiktok-Schwester Douyin schon Milliarden im E-Commerce um. Jetzt will das Unternehmen auch in Deutschland die großen Onlinehändler angreifen, berichtet Handelsblatt.com. Während deutsche Kunden noch die Produktbilder und Beschreibungen bei Amazon durchscrollen, laufe im fernen Osten ein immer größerer Teil des Onlinehandels über Video. Ganz vorn dabei: Die Videoplattform Douyin, die chinesische Schwester des auch in Deutschland beliebten Tiktok. Im vergangenen Jahr hat Douyin bereits einen E-Commerce-Umsatz von umgerechnet 65 Milliarden Euro über seine Plattform abgewickelt, berichtet das Handelsblatt. Und das Wachstum sei rasant. Davon profitieren auch schon deutsche Markenhersteller, heißt es in dem Bericht weiter. So hat der Alpecin-Hersteller Dr. Wolff Group während eines Festivals über Videostreams auf Douyin mehr als 30.000 Flaschen seines Coffein-Shampoos zusätzlich verkauft. Das Asien-Team des deutschen Mittelständlers arbeitete dabei mit 34 Influencern zusammen und verzeichnete vier Millionen Aufrufe von Streams und Kurzvideos. Von vielen gerade in Europa werde Tiktok, oder die chinesische Version Douyin, belächelt als triviales Unterhaltungsmedium für gelangweilte Jugendliche. Doch die Muttergesellschaft Bytedance baue die Plattformen gerade zu Verkaufsmaschinen um und mache sie damit zum zukünftig schärfsten Konkurrenten von Amazon und zwar auch in Europa und den USA.