Datenbrillen für Unternehmen interessant

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Auf dem Mobile World Congress in Barcelona waren Datenbrillen eines der großen Themen. Doch anders als vor einigen Jahren werden die Gadgets nicht mehr als Verbraucherprodukt vermarktet, sondern für Unternehmen fit gemacht, berichtet Horizont. Als die Google Glass 2014 auf den Markt kam, sprachen viele Beobachter von der wohl mutigsten Entscheidung im Schnittfeld zwischen Augmented Reality und Wearables. Eine Brille, die dem Träger zusätzliche Informationen ins Blickfeld einblendet und per Wischbewegung Videos und Bilder aufnimmt. Aber die Mehrheit der Konsumenten wollte das Gadget damals nicht akzeptieren. Die Pläne für einen breiten Marktstart in den USA waren schnell verworfen. Doch die Technologie feiert ein Comeback, heißt es in dem Horizont-Bericht weiter. Die Liste der Unternehmen, die sich mit dem Thema ernsthaft befassen, werde immer größer: Die Deutsche Telekom gründete im Februar mit den Optik-Spezialisten von Zeiss das Joint Venture Tooz Technologies, das smarte Brillen entwickelt. Der US-Chipriese Intel bringt eine Smartglass namens “Vaunt” auf den Markt. Amazon arbeitet offenbar an einer Datenbrille, die über die Sprachassistentin Alexa gesteuert wird. Und der Pionier Vuzix stellte jetzt auf dem Mobile World Congress sein neues Modell “Blade” vor. Die Telekom stellt sich beispielsweise einen Einsatz der Datenbrille in der Logistik, in der Wartung oder bei Fitness- und Gesundheitsanwendungen vor. Immer dann, wenn beide Hände frei sein müssen und gleichzeitig Bilder, Daten und Kommunikationen verfügbar sein sollen. In dieser Strategie liegt auch der wesentliche Unterschied zur gescheiterten Google Glass: Die Datenbrille wird nicht als Verbraucherprodukt vermarktet, sondern für den Einsatz im Unternehmen fit gemacht. Kai Ströder, der das neue Joint Venture Tooz Technologies leitet, erhofft sich mittelfristig, ein großes Partner-Netzwerk von Firmen aufbauen zu können, die die Brille für ihre Zwecke nutzen. Die Lufthansa hat beispielsweise einige Flugbegleiter für einen Test mit der Brille ausgestattet, die dann Name und Essensbestellung eines Fluggastes automatisch einblendet. Auch Krankenschwestern, Ärzte und das polnische VR-Start-up 1000Realities haben sie testweise im Einsatz. Auch Google sei wieder im Rennen, berichtet Horizont: Rund zweieinhalb Jahre nachdem der Konzern bei seiner umstrittenen Datenbrille offiziell den Stecker zog, ist die “Enterprise Edition” der Google Glass wieder im Einsatz – mit Sicherheitsbrillen kombinierbar, einem schnelleren Prozessor und einer besseren Internet-Anbindung. Mehrere Dutzend Firmen nutzen sie, darunter Volkswagen, DHL, Boeing und General Electric.