Facebook-Seite abschalten?

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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass alle Betreiber von Facebook-Seiten für mögliche Datenschutzverstöße von Facebook haftbar gemacht werden können. T3n.de analysiert in seinem Bericht zu diesem Thema das potenzielle Datenschutzproblem. Der wesentliche Stolperstein bei den Facebook-Seiten sei die mangelnde Transparenz in der Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Seiten-Nutzer. Datenschutz-Experte Christian Solmecke erläutert: „Mit dem heutigen Urteil ist klar, dass Betreiber einer Fanpage unter anderem beispielsweise eine Datenschutzerklärung vorhalten müssen, wie es bislang ‚nur‘ für Websites vorgesehen war. Auch müssen Betreiber nun Nutzern gegenüber Auskunft erteilen, ob Daten gespeichert und verarbeitet werden und wenn ja, wie genau.“ Seitenbetreiber können jedoch weder eine Datenschutzerklärung bereitstellen noch können sie auf Anfrage Nutzern erklären, wie die Daten verarbeitet werden – das kann nur Facebook, heißt es in dem Bericht weiter. Nach einhelliger Einschätzung der Fachanwälte Thomas Schwenke bei Allfacebook und Christian Solmecke soll das Urteil in der Folge auf weitere Social-Media-Dienste und Onlinetools übertragbar sein. Prinzipiell alle Tools auf einer Website, die Daten zur Verarbeitung an einen externen Dienst senden, seien betroffen. Damit stehe fest, dass Seitenbetreiber gerade nicht in der Lage seien, rechtskonform Facebook-Seiten zu betreiben, erklärt Christian Solmecke. „Das Urteil ist übrigens nicht nur für Betreiber von Fanpages, sondern auch für Privatpersonen von Relevanz, denn das Datenschutzrecht unterscheidet grundsätzlich nicht zwischen Privatpersonen oder Unternehmen. Lediglich die Risiken dürften für Privatpersonen geringer sein“, so der Rechtsexperte.