Marketingstrategie in der Coronakrise

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Die Coronakrise erfasst die ganze Weltwirtschaft und macht auch vor dem Marketing keinen Halt. Das Analyseunternehmen eMarketer hat bereits prognostiziert, dass die Werbeausgaben im Jahr 2020 hinter den Erwartungen zurückbleiben werden. Ein aktuelles Beispiel für die Entwicklungen der Ad Spendings bei Google Ads liefert Online Marketing Freelancer Carlo Siebert, der selbst hunderte Google Ads Accounts betreut. Er beobachtet vor allem, dass Marken auf unmittelbaren Umsatz und weniger auf Branding setzen, berichtet OnlineMarketing.de in einem Artikel. Bei LinkedIn teilte der Experte Siebert Findings, die auf einer Analyse diverser von ihm betreuter Google Ads Accounts basieren. Er bestätigte gegenüber OnlineMarketing.de, dass er mehrere hundert Accounts betreue – aus verschiedensten Branchen, von E-Commerce bis Touristik – und die Daten im Dashboard nachvollzogen habe. Die Spendings der Accounts liegen nach Sieberts Angaben oft im zweistelligen Millionenbereich (Euro) pro Jahr. Herausgefunden hat Carlo Siebert, dass beim Mix aus Spendings für YouTube, das Google-Displaynetzwerk, Google Shopping, für App-Kampagnen und die Google-Suche derzeit insbesondere die Budgets für YouTube und das Displaynetzwerk zurückgeschraubt werden. Und dass Branding-Kampagnen an Gewicht verlieren, während verstärkt auf Ads gesetzt wird, die unmittelbarere Umsätze versprechen. Diese exemplarischen Erkenntnisse spiegeln die verschärften wirtschaftlichen Voraussetzungen für Unternehmen, Marken, aber auch die mit ihnen zusammenarbeitenden Marketer wider. Siebert teilt auch konkrete Daten aus der Analyse der Accounts. Demnach seien die Conversions bei den geprüften Kampagnen im Vorwochenvergleich um ganze 25 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig aber stieg der CPC um insgesamt 29 Prozent an. Die Kommentare bei LinkedIn deuten darauf hin, dass auch andere Marketer ähnliche Beobachtungen machen: Steigende Preise für Klicks bei sinkenden Conversions; und damit auch steigende Preise pro Conversio, berichtet onlinemarketing.de. Weiter heißt es in dem Bericht: In der Coronakrise, deren Ausmaß noch gar nicht abzusehen ist, wird es einerseits darauf ankommen, dass die User mit alltäglichem Bedarf versorgt werden; hierfür dürfte auch die Werbung relevant bleiben und womöglich sogar ausgeweitet werden. Andererseits dürfte Online-Werbung in der kommenden Zeit vor allem auf unmittelbare Effekte und Performance abzielen. „Ich denke, dass der Wechsel immer stärker auf Performance gehen wird. Branding ist mutig, aber das sehe ich aktuell nicht in den Accounts und auch bei den Kunden nicht. Für einige Firmen geht es schon um das Überleben. Und wenn die Mitarbeiter dann gekündigt werden oder weniger verdienen, dann wird der klassische Konsum auch zurückgehen“, erklärt Carlo Siebert gegenüber OnlineMarketing.de. Wichtig sind dann die Grundbedürfnisse. Die Zeiten werden für viele Branchenteilnehmer hart. Und das Marketing wird sich von einer anderen Seite zeigen. Jetzt sind sinnvolle Performance-Strategien gefragt. Branding hingegen funktioniert dieser Tage, indem man sich auch als Marke solidarisch, zuvorkommend und kommunikativ präsentiert, schlussfolgert OnlineMarketing.de.