Ohne staatliche Hilfe werden viele Kinos nicht überleben

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Der Kinostart des neuen „James Bond“ wurde verschoben. „Für die Kinobranche ist das eine Katastrophe – wir hatten uns gerade hochgerappelt und auf einen versöhnlichen Jahresabschuss gehofft“, sagte Hans-Joachim Flebbe, Betreiber einer Reihe von Premiumkinos wie dem Berliner Zoopalast, im Podcast „Die Stunde Null“, gegenüber Horst von Buttlar, Chefredakteur Capital, Gruner + Jahr. „Im Grunde haben wir in diesem Jahr nun nichts mehr zu spielen, es gibt keine attraktiven Filme mehr.“ Auch Blockbuster wie „Wonder Woman 1984“ waren bereits auf Ende Dezember verschoben worden. Den Zeichentrick-Klassiker „Mulan“ hatte Disney direkt auf dem eigenen Streamingdienst Disney+ gezeigt, „mit – für uns – zum Glück desaströsen Ergebnissen“, sagte Flebbe, der vor gut drei Jahrzehnten die Kinokette Cinemaxx gegründet hatte. Seit Wochen kämpfe Flebbe für die Branche, vor allem für veränderte Abstandsregeln (ein Meter). Bei 1,50 Meter wäre nur eine Auslastung von maximal 25 Prozent möglich gewesen, was sich nicht lohnt. Bei einem Meter Abstand kommen Kinos auf bis zu 60 Prozent. „Kinos sind ein sicherer Ort“, sagte Flebbe. „Es gibt weltweit keinen Nachweis für einen Hotspot in Kinos. Man schaut ja nur nach vorne und redet nicht. Die Gefahr ist geringer als in Restaurants oder Büros.“ „Das Worst-Case-Szenario für unsere Branche ist, wenn keine normalen Kinostarts mehr zu Stande kommen und die Streamingdienste das Geschäft übernehmen“, sagte Flebbe im Podcast. „Ohne staatliche Hilfe werden wir nicht überleben“, ist Flebbe überzeugt. Seine Kinos verlieren derzeit rund 600.000 Euro pro Monat.