Staatlich subventionierte Zeitungszustellung

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Für die Zustellung von Anzeigenblättern und Zeitungen soll künftig Geld aus öffentlicher Hand fließen. Geholfen sei damit keinem, kommentiert Horizont, und bezeichnet die Entscheidung als „Tabubruch“. Bislang seien die Zeitungsverlage auf ihre rein privatwirtschaftliche Finanzierung stolz gewesen, sie hätten sich damit vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk abgegrenzt. Wofür die Verleger sich bei der Politik bis dahin eingesetzt hatten, waren faire Rahmenbedingungen, allgemeine Steuererleichterungen, nie aber staatliche Hilfen. Nun wurden diese Prinzipien über Bord geworfen, schreibt Horizont weiter. Der Bundestag hat die Subventionierung der Zustellung von Zeitungen inzwischen beschlossen. Viel übrig sei nicht von den 400 Millionen Euro, die der BDZV der Politik auf seinen Wunschzettel geschrieben habe. So hoch sind die Mehrkosten, die Zeitungsverlage seit Einführung des Mindestlohns für die Zustellung jährlich tragen. Weitere 300 Millionen hätten sich die im BVDA organisierten Anzeigenblatt-Verleger gewünscht. Weniger als einem Cent pro ausgeliefertem Zeitungsexemplar entsprechen die 40 Millionen – bei durchschnittlichen Zustellkosten von 52 Cent, rechnet Horizont vor. Den Fortbestand der Zeitungszustellung auch in dünn besiedelten Gegenden werde das kaum garantieren.