Studie der Mediengruppe RTL: „Babyschritte” zurück ins Leben

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Gedanklich steckt man mit einem Bein im Lockdown und seinen Pandemieerfahrungen fest, während das andere vorsichtige Schritte in die Zukunft wagt. Zu diesem Fazit kommt das Studien-Update der DATA Alliance, dem Fachbereich für Daten und Forschung bei der Mediengruppe RTL. Drei Wellenbewegungen der Pandemie hinterlassen ein latentes Unbehagen, so dass erneut mithilfe von Tiefeninterviews die Stimmungslage in Deutschland abgefragt und die Gefühlswelt der Deutschen ausgelotet wurde. Befragt wurde in der Zeit von Juni bis Juli 2021 und somit zu einem Zeitpunkt rückläufiger Inzidenzwerte, des Wegfalls der Impf-Priorisierung sowie der schrittweisen Öffnung des öffentlichen Lebens, gleichzeitig vermehren sich Nachrichten über Mutationen des Coronavirus. Während sich zu Beginn des Jahres die Deutschen noch in einem emotionalen Spannungsfeld von „die Luft ist raus“ bis hin zu „ich könnte jeden Tag heulen“ bewegt haben, sind sie ein knappes halbes Jahr später an dem Punkt „festzustecken“. Das „in sich gehen“ und die Neuordnung der Prioritäten spiegeln sich im Konsum wider, berichtet die Mediengruppe. Im Laufe der Pandemie sei das Bewusstsein jedes einzelnen geschärft worden, dass sein Handeln Konsequenzen hat und nicht nur Einfluss auf das eigene Leben nimmt, sondern auch auf das anderer und der Umwelt. Verbrauch, Besitz und Müll würden neu bewertet, kritisch hinterfragt und abgewogen zwischen Wunsch und Notwendigkeit. Dabei spielten digitaler und lokaler Konsum die Hauptrollen. Digital werden die große Produktauswahl und die bequemen Liefermöglichkeiten geschätzt, ebenso neue Shopping-Konzepte wie „Click & Collect“, die gekommen sind, um zu bleiben und die Customer Journey dadurch nochmals individueller machen. Auf der anderen Seite haben sicherlich auch Initiativen wie #supportyourlocal sowie der zeitweise eingeschränkte Bewegungsradius dafür gesorgt, seine Umgebung bewusster wahrzunehmen und seinen Einfluss als Konsument gezielter einzusetzen, um lokale Anbieter zu unterstützen, heißt es in der Studie weiter. Dies möchte man auch weiterhin tun. Abgesehen von Gütern des täglichen Bedarfs gilt für den Konsum insgesamt während der Pandemie: aufgeschoben und nicht aufgehoben. Die „Daheim“-Zeit wurde genutzt, um Kleiderschränke auszumisten, Gärten und Wohnräume zu entrümpeln. Für größere Anschaffungen und Urlaub wurde gespart und auf später verschoben. Der heimische Garten wird zum Urlaubsziel, in dem man sicher darauf wartet, dass sich die Lage entspannt. Die eigenen vier Wände sind gleichzeitig Arbeitsplatz geworden, die anfänglich ungewohnte Situation des neuen (digitalen) Miteinanders hat sich nahezu zur Normalität entwickelt, deren Flexibilität geschätzt wird. Diese will man sich perspektivisch beibehalten und Rahmenparameter mit dem Arbeitgeber werden neu abgesteckt, gleichzeitig führt es dazu, sich mit seiner beruflichen Situation insgesamt auseinanderzusetzen und zu bewerten. Das Hin und Her und Abwägen bei existenziellen Dingen gilt ebenso für die Auswahl der Medienkanäle. Die Lockerungen und die damit vorsichtige Rückkehr von Außer-Haus-Aktivitäten trennt bei jedem einzelnen die „Spreu vom Weizen“ und die Rolle der einzelnen Kanäle verändert sich erneut. Es braucht nicht mehr zwingend ein Medium, dass das reale Leben ersetzt, da mit Ende des Lockdowns ein Stück des Alltags zurückgekehrt ist und die Tage wieder „voller“ sind. Die Medien-Auswahl erfolgt daher wieder bewusster und zielorientierter.