Targeting-Verbot wäre „Katastrophe“

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In der Politik wird noch darüber diskutiert, welche Regeln künftig europaweit für den Umgang mit Daten gelten sollen. Die DSGVO hat bereits eine Grundlage geschaffen, die Konkretisierungen erfolgen Schritt für Schritt. Der Digital Markets Act (DMA) und der Digital Services Act (DSA) sollen für mehr Klarheit sorgen, doch sind deren Inhalte umstritten. Einige fordern im DSA gar ein komplettes Verbot der Nutzung personenbezogener Daten für die Digitalwerbung – eine Katastrophe laut Heiko Staab, Co-Founder von Traffective. adzine.de hat ihn dazu interviewt. Auf die Frage, warum die Einschränkung der digitalen Werbung so problematisch ist, antwortet er: „Das Open Web ist eine der größten Errungenschaften der Neuzeit und bietet jedem die Möglichkeit an die gleichen Informationsquellen zu kommen. Ohne werbefinanzierte Modelle ist die Refinanzierung der Inhalte nicht möglich. Denn wenn jemand etwas ins Internet stellt, kostet das Geld. Man muss ja zum Beispiel Server bezahlen, um zu hosten, und die Menschen entlohnen, die Inhalte erstellen. Auf der anderen Seite können wir nicht das gesamte Web hinter Logins und Bezahlschranken verbarrikadieren. Zumal sich Pay-Modelle nicht jeder leisten kann. Durch die Einschränkung der digitalen Werbung kommen im Endeffekt also nicht alle an die gleichen Informationsquellen heran.“ Seine Lösung: „Wir gehen in Zukunft von einem Drei-Säulen-Modell aus. Das Filetstück bei der Monetarisierung sind die Logins, die mit einer ID verknüpft werden können. Außerdem werden kontextuelle Modelle eine Rolle spielen – man kann auf kontextueller Basis übrigens auch Audiences bilden. Das dritte ist der Privacy-Sandbox-Ansatz, den Google aktuell mit den Kohorten fährt. Die Zukunft ist also gar nicht so grau, wie so viele denken. Die Lösungen gibt es schon und wir werden sie weiterhin verbessern.“