Traditionelle Medien genießen Vertrauen

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Behauptet ist vieles ganz schnell. Dass Print tot ist, zum Beispiel. Dass dem nicht so ist, zeigt die repräsentative Studie, die Statista im Auftrag von nextMedia.Hamburg durchgeführt hat. Mit zunehmendem Fortschritt des Wandels glauben viele Experten nicht an ein Überleben des Print-Mediums. Zu verstaubt, nicht messbar und gerade deswegen unprofitabel seien die gedruckten Inhalte. Im Gegenzug liegen die Vorteile von „Everything is digital“ auf der Hand: Dank Datenerfassung der User haben Online-Publisher die Möglichkeit, ihre Inhalte passgenau an ihre Zielgruppe zu spielen. Wer jedoch in Zeiten von Instant-Journalismus im hart umkämpften Markt wahrgenommen werden will, muss auch schneller und lauter sein. Ein ökonomischer Zwang, der das journalistische Ethos der Sorgfalt, Kritik und Aufdeckungsfunktion gefährdet – mit schwerwiegenden Folgen. Seit rund zwei Jahren steckt die Medienwelt in einer tiefen Vertrauenskrise, die durch die gezielte Streuung von Fake News befeuert wird. Die wachsende Unsicherheit scheint gleichzeitig eine Chance für das Print-Medium zu sein, ergab die Studie. Demnach bestreitet die Hälfte der Deutschen die Aussage, dass Print in zehn Jahren tot sei. Besonders die Altersgruppe über 30 Jahre glaubt weiter an einen Fortbestand. Die jüngeren Befragten, wenn auch knapp, prognostizieren eher ein baldiges Ableben. Etwas anders sieht es aus, wenn man die einzelnen Print-Produkte betrachtet. Gerade Fachmagazine stehen hier auch in zehn Jahren noch hoch im Kurs. 53 Prozent der 18- bis 29-Jährigen glaubt an deren Fortbestand; bei der Tageszeitung sind es immerhin noch 43 Prozent. Print-Medien werden also, wenn auch nicht flächendeckend, ihre Daseinsberechtigung behalten. Sie müssen sich den Platz im metaphorischen Zeitungsständer, aber mit deutlich neueren Medien wie etwa Virtual Reality teilen. Allerdings haben erst 15 Prozent der Deutschen Reportagen oder Nachrichten mit VR oder AR gesehen. Auch Künstliche Intelligenzen halten weiter Einzug in den Journalismus. 45 Prozent der Deutschen allen Alters sind aber der Meinung, dass sich diese Technologie hier nicht durchsetzen wird. Entsprechend skeptisch stehen sie automatisierten Nachrichten gegenüber. 49 Prozent sind hier eher kritisch, 28 Prozent halten diese News für schlechten Content. Nur drei Prozent halten Roboterjournalismus für sinnvoll. Diese Einschätzung wirkt sich auch auf die Glaubwürdigkeit aus: 43 Prozent halten diese Meldungen für unglaubwürdig, 18 Prozent schenken diesem Content Glauben. Immerhin 39 Prozent können die Glaubwürdigkeit hier nicht einschätzen. Nachvollziehbar: 91 Prozent der Deutschen wollen eine Kennzeichnung von automatisiert erstellten Artikeln.