Überlegungen zu Flatrate-Angeboten von Verlagen

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Bei digitalen Presseprodukten haben sich Flatrates noch nicht so richtig durchgesetzt. Die Verlage tun sich mit (Titel-) übergreifenden Flatrates nach wie vor schwer. Der Digitalchef von Gruner + Jahr, Arne Wolter, wage nun einen Vorstoß, berichtet Horizont. Die Reaktionen seien jedoch verhalten. Die Sorge davor, dass umfassende Billig-Flatrates abzüglich hoher Vermittlerprovisionen den Verlagen zu geringe Vertriebserlöse übriglassen, sei ein Grund für die Empörung, die Apple News mit seinen im Februar kolportierten Dumping-Konditionen für sein geplantes Pauschal-Abo geerntet hatte, berichtet Horizont weiter. Spannend werde, ob die Kalifornier nun nachbessern, zumal auch Facebook an neuen Medienkooperationen bastele. Immerhin gehe es hierbei nicht um Print-ähnliche E-Papers, sondern um eigenständige digitale Angebote. Und weiter heißt es in dem Bericht von Horizont: Fragt sich nur, warum die Verlage dies nicht vereint selber angehen. Sie könnten Vertriebs- und Vermarktungsprovisionen sparen, Preise und Bundle-Zuschnitte bestimmen sowie direkte Verbindung zu ihren Lesern und deren Daten (er)halten, ebenso die Hoheit über die Werbung. Eine Idee, die Dienstleister, welche mit den Verlagen ins Geschäft kommen wollen, alle paar Jahre auf Vertriebskongressen aufbringen – bisher ergebnislos, aus den besagten Gründen. Doch nun eruieren nach Horizont-Informationen einzelne Verlage genau das. Impulsgeber sei offenbar G+J. „Alle Verlage stehen an einem spannenden Wendepunkt“, sagt CDO Wolter. Immer mehr Menschen seien bereit, für digitalen Journalismus zu zahlen. Doch viele wollten sich nicht auf einzelne Titel festlegen, sondern eine größere Auswahl haben. Die Branche müsse überlegen, wie viele Digitalabos ein an News interessierter Nutzer maximal abschließe. „Ich denke, das Potenzial für jedes einzelne Angebot alleine ist begrenzt“, erklärt er. Ein übergreifendes Angebot könne da Sinn machen, regt Wolter an. „Vielleicht kommt noch die Zeit für eine Allianz im digitalen Vertrieb,“ zitiert Horizont ihn. Auch gegen Flatrate-Modelle für digitale Qualitätspresse hat er nichts: „Da könnte es intelligente Abstufungen geben. Bei Sky zum Beispiel sehen wir neben dem Komplett-Abo unterschiedliche inhaltlich unterteilte Pakete.“