Verzicht auf Shoppingtouren

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Mehr als die Hälfte der Deutschen sind in der Coronakrise beim Konsumieren und Geldausgeben maßvoller und bescheidener geworden und vermissen trotzdem nichts. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Gesellschafts- und Zukunftsforschers Horst Opaschowski, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) exklusiv vorliegt. Die Mehrwertsteuersenkung löst dabei nicht die von Wirtschaft und Einzelhandel erwünschte Neubelebung des Kaufverhaltens aus. Formularende

Das Opaschowski-Institut für Zukunftsforschung in Hamburg hat bundesweit 1000 Menschen ab 14 Jahren befragt, inwieweit die Coronakrise deren Lebenseinstellung nachhaltig verändert hat. Bescheidener werden sei demnach die neue Glücksformel der Verbraucher in Deutschland. Zwei von drei Frauen verzichten bewusst auf Shoppingtouren, bei den Männern nur jeder zweite. „Die Frauen müssen als Zielgruppe für den Erlebniskonsum zurückerobert werden“, fordert Horst Opaschowski. Von Konsumlust und Kaufrausch sei bei den meisten Frauen keine Spur mehr. „Sie kaufen Lebensmittel und Waren, die zum Leben notwendig sind, aber nicht das Leben schöner machen.“ Die Lust am Einkaufen gehe dabei zwangsläufig verloren. Um dem entgegenzusteuern, wird aus Sicht von Horst Opaschowski eine „Feminisierung des Konsumstils“, der mehr Gefühlvolles, Romantisches und Verträumtes anregt und mehr empathisch als egoistisch ist, erforderlich. Gemeint ist eine Kultivierung des Konsums, bei dem Sinnliches und Sinnhaftes eine zentrale Rolle spielen. Der individualisierte Verbraucher soll den Massenkonsumenten ablösen.