Werbung auf WhatsApp: Was jetzt wichtig wird

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Unternehmen begrüßen es, dass WhatsApp bald Werbung zulassen will. Denn die User sind jung und gebildet. Aber sie wollen eigentlich nicht gestört werden. Rund 1,5 Milliarden Menschen sind täglich auf WhatsApp aktiv. Der Messengerdienst wird stark von jungen Menschen genutzt, ­darunter viele mit Abitur und abgeschlossenem Studium. Also von jener Zielgruppe, die mit Werbebotschaften sonst eher nur schwer zu erreichen ist. Internetworld.de untersucht daher in einem Bericht, wie die Nutzer am besten erreicht werden können. Bereits Anfang des Jahres hatte Whatsapp eine Business-Version eingeführt, mit der kleinere Unternehmen relativ einfach in die Kommunikation mit ihren Kunden einsteigen können. Nun spreche viel dafür, dass bald auch größere Unternehmen über den Messenger-Dienst Nachrichten austauschen können. Aber: Gerade über WhatsApp erwarte der Nutzer auf ­seine Anfragen eine unmittelbare und persönliche Antwort. Für die Unternehmen bedeute dies, dass der interne Aufwand steigt. Das könne dazu führen, dass der Einsatz von automatisierten Antworten und Chatbots zunehme, weil die Fragenflut von den eigenen Mitarbeitern nicht mehr gemanagt werden könne. Einfache Lösungen sollte es aber nicht geben: „Chatbots”, sagt Björn Köster, Managing Director Germany der Digital-Marketing-Agentur Way to Blue, „müssen sich permanent auf Basis existierender Dialoge weiterentwickeln.” Generische oder unpassende Antworten würden nicht toleriert. Experten rechnen auch damit, schon bald „normale“ Werbung auf WhatsApp ausspielen zu können. Denkbar sind beispielsweise WhatsApp Story Ads, großformatige Bilder oder Videos, wie man sie von Facebook, Instagram oder Snapchat kennt. „Möglich wäre es auch, Werbebanner zwischen den Nachrichten als Feed Ads zuzulassen, wie es im Facebook Messenger der Fall ist“, sagt Heiko Ditges, ­Director Social von Territory Webguerillas, gegenüber Internetworld.de. „Aber auch Liken, Followen und der Einsatz von Lead Ads wären im Nachrichten-Feed als entsprechende Kachel denkbar.“ Branded Emojis könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Sollte es so kommen, könne die Werbewirtschaft ihre Zielgruppen künftig gleichzeitig über Facebook, Instagram und WhatsApp ansprechen. Eine Verknüpfung der Kontakte aus den drei Kanälen sei datentechnisch jedoch heikel. Bei WhatsApp gebe es keine öffentlichen Profile, aus denen Vorlieben abgeleitet werden könnten. Daher müssten die Profile mit Facebook abgeglichen werden. Das sei über Custom-Audience-Programme zwar einfach möglich, rechtlich allerdings nicht unumstritten. Und: Die Menschen reagieren vermutlich allergisch auf Werbung auf ­ihrem persönlichen Kanal. „Es ist deshalb wichtig, die User Experience möglichst wenig zu beeinträchtigen“, betont Björn Köster.